Harvards Stiftung : Acht Prozent Rendite? „Enttäuschend“! 28 September, 2017

Harvards Stiftung : Acht Prozent Rendite? „Enttäuschend“!

Die Universität Harvard setzt sich in der Geldanlage hohe Ziele.

Die Universität Harvard hat mit ihrem Vermögen im vergangenen Jahr acht Prozent Rendite gemacht. Davon träumen viele Privatanleger – doch den Profis ist das zu wenig.

Das Stiftungsvermögen der Universität Harvard hat im vergangenen Jahr eine Rendite von 8,1 Prozent geliefert – zu wenig, wie die Geldverwalter finden. „Unsere Leistung ist enttäuschend und nicht dort, wo sie sein sollte“, schreibt Chefanleger N.P. Narvekar im jetzt veröffentlichten Jahresbericht.

Was für viele Privatanleger ein Traum bleibt, reicht dem Anlageprofi nicht – und tatsächlich: Die anderen Universitäten, die schon ihren Jahresbericht vorgelegt haben, haben laut “Wall Street Journal“ durchschnittlich eine Rendite von 12,7 Prozent erzielt. Dartmouth schaffte sogar mehr als 14 Prozent.

Die Universitätsfonds sind berühmt dafür, dass sie ihr Geld nicht nur in den allgemein zugänglichen Märkten investieren, sondern auch in Hedge-Fonds oder Weinbergen und Wäldern bis hin zu Baumplantagen in Argentinien. Genau solche Anlagen haben Harvard im vergangenen Jahr aber offenbar Probleme gemacht. Einige der Anlagen seien im vergangenen Jahr abgeschrieben worden. Es werde mehrere Jahre dauern, bis die Anlagen sinnvoll aussortiert seien.

 

Vierter Chef in zehn Jahren

Navekar kann die Leistung der Vermögensverwaltung problemlos schlechtreden. Erst im vergangenen Dezember hat er die Rolle an der Spitze von Harvards Geldmanagern übernommen, nachdem das Vermögen einige schlechte Jahre hinter sich hatte und sein Vorgänger aus Krankheitsgründen gehen musste. Navekar ist jetzt der vierte Chef innerhalb von zehn Jahren.

Das Vermögen ist für die Universität sehr wichtig, seine Erträge bringen mehr als ein Drittel des Jahresbudgets. Während der Finanzkrise musste der Forschungs- und Lehrbetrieb der Universität einige Stellen streichen, weil das Stiftungsvermögen nicht genug Geld abwarf.

Navekar verändert die Vermögensverwaltung der Universität jetzt von Grund auf. In den neun Monaten seit seinem Amtsantritt hat er viele Stellen gestrichen und lässt das Geld zum größeren Anteil von externen Teams verwalten, einige Verwalterteams werden jetzt aus der Universität ausgegliedert und gründen eigene Firmen.

 

Quelle: faz.net (20.09.2017)

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