Ausdauer zahlt sich aus bei der Kapitalanlage - EMPATHY Finanzlösungen GmbH

Ausdauer zahlt sich aus bei der Kapitalanlage 13 April, 2018

Ausdauer zahlt sich aus bei der Kapitalanlage

Die letzten Wochen haben uns einmal wieder gezeigt, dass sich die Situation an den Aktienmärkten extrem schnell ändern kann. Erst war die Verwunderung groß über das internationale Kryptofieber und die niedrigen Schwankungen der Märkte, jetzt hat sich jedoch wieder gezeigt, dass die Märkte sehr volatil seien können.

Eine rationale Entscheidungsfindung ist unter diesem Mediengewitter nicht einfach zu treffen.


Der Mensch ist von Natur aus schreckhaft, in Gefahrensituationen werden wir durch unsere Instikte veranlasst das Weite zu suchen. Genau dieses Verhalten jedoch verhindert, dass wir rational in volatilen Marktphasen entscheiden können. Wir neigen dazu überstürtzte Entscheidungen aufgrund von Emotionen zu treffen.

Untersuchungen zeigen, dass sowohl Anleger mit und ohne Erfahrung ihre Renditeentwicklung allzu häufig durch aktives einschreiten stark schmälern.


Konzentrieren wir uns bei Ertragsanalysen von unterschiedlichen Investmentklassen auf die Kurszeitreihe des „Underlyings“. Als Verwalter hat man nur selten Einfluss darauf wann Investoren wieviel Kapital in unterschiedliche Fondsbausteine investieren oder gar wieder daraus abziehen. Der „Investment-Return“ unterscheidet sich erheblich vom „Investoren-Return“, letzterer drückt die kapitalgewichtete Rendite aus und berücktsichtigt sowohl das Ausmaß des eingesetzten Kapitals als auch den Zeitraum und veranschaulicht damit die „interne Verzinsung“ (IRR) der Anlage.


Vereinzelte Analysen stellten die interne Verzinsung (IRR) in einen Vergleich mit einer simplen Buy & Hold Strategie. Das Ergebnis wird viele ernüchtern, im Druchschnitt haben Anleger mit einer Buy & Hold Strategie deutlich mehr Rendite erwirtschaftet als Anleger die versucht haben aktiv einzugreifen. 

Rein / raus lohnt sich nicht - Durchhalten ist gefragt!


Das Ergebniss der Analysen ist im nachfolgenden Schaubild (Abbildung1) veranschaulicht, es wird darin die durchschnittliche jährliche Wertentwicklung der unterschiedlichen Aktien Kategorien abgebildet. Da die Investmenterfahrung der Amerikaner weitaus höher ist als die Erfahrung hierzulande, ist es nicht als Problem zu erachten, dass sich die Untersuchungen auf den US-amerikanischen Raum beschränken. Als wichtiger zu erachten ist das Ergebnis der Analyse, welches beweist, dass aktives einschreiten der Anleger meist nicht zu einer Renditesteigerung sondern eher zu einer Minderung führt.

Quelle: Research Affiliates in JoPM (2016)

Über 18.000 Fonds wurden in einem Zeitraum von 1991 bis 2013 untersucht, es wurden auch Fonds in in Untersuchung einbezogen, welche mittlerweile nicht mehr aktiv sind.

Die durschnittliche Kursentwicklung aller Fonds lag bei 8,81% p.a..

Fonds in den kleinkapitalisierte Unternehmen investieren haben dabei die beste Rendite mit 9,78% p.a. erreicht, dahinter liegen Fonds welche eine aktive Gestionierung verfolgen mit 9,73% p.a., an dritter Stelle sind die Indexfonds mit einer jährlichen Wertentwicklung von 9,66% p.a..

Zieht man den Russel 3000 Index mit seiner breite als Vergleichsgröße heran so konnte dieser eine jährliche Wertentwicklung von 9,37% p.a. erreichen.

Zu den schlechtesten Fondssegmenten in diesen zwölfeinhalb Jahren gehörten beliebete Large-Cap-orientierte Fonds oder auch wachstumsorientierte Growth-Funds.


Im Fokus der Analyse sollen aber nicht die möglichen Wertentwicklungen stehen, vielmehr geht es darum wie Anleger abschnitten die aktiv durch Käufe und Verkäufe versuchten Markttiming zubetreiben. Die Analyse zeigt, dass Anleger die aktiv gehandelt haben im Schnitt 1,94% p.a. weniger Rendite erreichten - betrachtet man dies über diesen langen Zeitraum ist das Ergebnis fatal!

Das die die wachstumsorientierten Fonds die ausgeprägteste Underperformance hatten sorgt für wenig Verwunderung.


Bei Indexfonds ist die Differenz jedoch auch nicht zu übersehen. Unruhige Anleger haben auch hier Performanceeinbußen von fast 3% was wiederum alle Vorteile von passiv gemanagten Fonds zunichte macht. Ein Grund hierfür könnten evtl. die niedrigen Kosten sein, welche in der Regel beim Handel von passiven Fonds anfallen.


Nur um das Ausmaß darzulegen: Eine Investitionssumme von 100.000 EUR 22,5 Jahre mit 6% oder 9% p.a. zu veranlagen, spiegelt sich in einem Depotwert von 271.000 oder 595.000 EUR wider. Kein unerheblicher Unterschied, so würde man meinen.


Die Differnz bei den Value Fonds ist geringer, jedoch ist sie auch nicht zufriedenstellend.


Im Durschnitt halten Investoren ihre zuvor festgelegten Ansätze wie Fristigkeit oder auch antizyklische Käufe nicht durch. Letzteres würde bedeuten Marktabschwungphasen für Zukäufe zunutzen. Das jedoch interessante an dieser Erkenntnis ist, dass sich dies nicht nur für Privatanleger gilt sondern auch teilweise auf institutionelle Anleger zutrifft.

Potentielle Stressszenarien versuchen wir bereits vor der Erstellung unserer Porfolios zu berücksichtigen und miteinfließen zu lassen. Jeden Kunden bereiten wir intensiv auf die Situation einer Portfolioschwankung vor und zeigen auf wie diese systematisch genutzt werden können.


Quelle: Research Affiliates in JoPM (2016)

Das natürliche menschliche Verhalten fürht am Kapitalmarkt meist zu einer Verschlechterung der Anlageergebnisse. Der wirschaftswissenschaftliche Bereich des Behavioural Finance widmet sich der Verhaltensanalyse von Investoren. Die zugrunde gelegte Analyse ist bereits im Jahr 2016 in der renommierten Fachzeitschrift Journal of Portfolio Management veröffentlich worden.

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