Corona und die Börse 9 März, 2020

Corona und die Börse

Die Börsen durch Corona-Virus infiziert – was Sie als Anleger nun beachten sollten.


Der Corona-Virus infiziert nicht nur Menschen, sondern auch die Börsen weltweit. Wie immer in solchen Marktlagen übertreffen sich die Medien mit Horrormeldungen und verunsichern so nicht nur Kleinanleger sondern auch institutionelle Investoren.


Die Vergangenheit zeigt, dass Kapitalmärkte auf Ereignisse, deren wirtschaftliche Folgen schwer kalkulierbar sind, sehr sensibel reagieren – die Vernunft weicht der Panik - und Panik ist aus unserer Sicht immer ein schlechter Ratgeber, das gilt nicht nur bei der Geldanlage.

Wir versuchen ähnliche Ereignisse in der Vergangenheit zu nutzen, um mögliche langfristige Entwicklungen und Folgen abschätzen zu können:


Auch die SARS-Epidemie 2003 oder die Schweinegrippe 2009 gingen nicht spurlos an den Börsen vorbei, die Atomkatastrophe in Fukushima war ebenfalls ein Ereignis, was zu einer Überreaktion an den Börsen führte: So fiel der Dax um fast 25% auf 5.500 Punkte – zum Vergleich: Der Schlusskurs des Dax lag am 06.03.2020 bei 11.541,66 Punkte mehr als doppelt so hoch. Rückblickend waren dies also nur kurzzeitige Rücksetzer und hatten keinen wirklichen Einfluss auf die langfristige Entwicklung der Aktienmärkte.


Was der Corona-Virus in den letzten Wochen und Monaten deutlich zeigt: Die Globalisierung ist nicht nur gut für die globale Wertschöpfung – sie hat auch ihre Schattenseiten. Aufgrund der zunehmenden Verlagerung von Produktionsstätten ins Ausland und die Reduzierung von Lagerhaltung im Rahmen von Just-in-time Lieferungen, kommt es schnell zu Engpässen im Produktionszyklus. So stehen schnell die Bänder bei Daimler in Stuttgart oder sonst wo still, weil ein Zulieferer eines Zulieferers in der chinesischen Provinz plötzlich nicht mehr produziert. Das macht die globale Produktion natürlich deutlich anfälliger für ehemals vielleicht regionale Probleme.


Wie es in den nächsten Tagen weitergeht, kann keiner vorhersagen. Vielleicht breitet sich der Virus noch weiter aus, mit noch unklaren Folgen für die Wirtschaft. Vielleicht greifen aber auch schon die vielerorts ergriffenen Gegenmaßnahmen, bei denen ja teilweise ganze Städte unter Quarantäne stehen. Welches der beiden Szenarien tatsächlich eintritt und in welchem Ausmaß kann aktuell nur spekuliert werden.


Wir erläutern hier ausschließlich die Investmentseite und versuchen eine rationale Betrachtung und Abwägung von Wahrscheinlichkeiten:

Wir weisen in unserer Beratung immer darauf hin, dass an den Börsen auch ohne „Corona“ mit Kurseinbrüchen von 30 oder 40% zu rechnen ist – das gab es in der Vergangenheit und wird es auch künftig geben. Auf kurze Sicht sind Prognosen über künftige Kursentwicklungen nicht möglich – wer kurzfristig Handeln will, spekuliert und investiert nicht.


Wir sehen unsere Aufgabe darin, Anlagestrategien mit Ihnen langfristig umzusetzen – und dazu muss man auch analysieren, was sich langfristig geändert hat? Aus unserer Sicht nicht viel: Die Zinsen werden nicht steigen, die Notenbanken und die Politik werden – falls die Wirtschaft nachhaltig durch Corona infiziert wird – eher Investitionsprogramme starten, um die Lage zu stabilisieren und Arbeitsplätze zu sichern. Das wird die Staatskassen wieder belasten, insofern glauben wir nicht, dass bei einer noch höheren Staatsverschuldung der Zins steigen wird. Insofern sehen wir auch weiterhin, die Investition in Unternehmen als sinnvollere Anlage an. Auf Bankeinlagen und Rentenpapiere besteht eher die Gefahr von negativen Zinsen.


Man sollte nicht vergessen, dass die aktuelle Korrektur uns wieder auf das Kursniveau vom März 2019 gebracht hat. Man kann die aktuelle Marktlage auch für Nachkäufe nutzen und jetzt billiger in den Markt einsteigen. D.h. aber nicht, dass es nicht auch noch weitere 10 oder 20% nach unten gehen kann, bevor die Talsohle erreicht ist. Wie bei jeder Korrektur an den Börsen weiß niemand, wie weit die Kurse fallen und wann man optimalerweise wieder investieren bzw. einsteigen müsste.


Und auch das Prinzip der breiten Streuung erweist sich in Krisen als sinnvoll – so gibt es in einem breit gefächerten Portfolio sicher Unternehmen, die stärker von der Krise betroffen sind (u.a. Airlines, Gastronomie, Messebetreiber u.a.) aber auch von ihr profitieren (Pharma, Hygieneartikel u.a.). Sie sollten auch auf keinen Fall ausschließlich den heimischen DAX Index als Referenz nehmen – dieser ist insbesondere in turbulenten Phasen sehr zyklisch.


Fazit:

Anleger sollten in der aktuellen Marktlage nicht unüberlegt Ihre Investmentanlagen auflösen oder gar ihre Sparpläne beenden.

Langfristig gibt es für Anleger aufgrund des tiefen Zinsniveaus aus unserer Sicht keine Alternative zum Aktienmarkt – zumindest dann nicht, wenn langfristig eine reale Wertentwicklung gewünscht ist. Daher bietet sich für Anleger mit einem Horizont von mind. 5 Jahren jetzt durchaus die Chance, nochmal einen Teil der evtl. vorhandenen Liquidität zu investieren.

Quelle: onvista.de

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